Wenn deine Rezepte der App gehören und nicht dir
Es gibt eine Geschichte, die sich in den App-Store-Bewertungen vieler Koch-Apps fast wortgleich wiederholt: «Nach dem Update waren alle meine Rezepte weg.» Oder: «Ich habe das Abo gekündigt — und konnte plötzlich nicht mehr auf meine eigene Sammlung zugreifen.» Oder schlicht: «Es gibt keine Möglichkeit, meine Rezepte zu exportieren.»
Das ist kein Randproblem. Es trifft genau die Leute, die eine App am intensivsten nutzen — die, die sich über Jahre eine Sammlung von 100, 200, 400 Rezepten aufgebaut haben. Je mehr Arbeit drinsteckt, desto grösser der Verlust.
Drei Muster tauchen immer wieder auf:
- Datenverlust nach Update. Ein grosses Versions-Update migriert die Datenbank — und etwas geht schief. Sammlungen verschwinden, Ordner lassen sich nicht mehr anlegen, Favoriten sind leer. Wer kein eigenes Backup hat, hat Pech.
- Verlust bei Kündigung. Bei manchen Abo-Apps verlierst du den Zugriff auf deine selbst angelegten Rezepte, sobald du nicht mehr zahlst. Die Rezepte sind technisch noch da — aber hinter der Bezahlschranke. Du hast sie eingegeben, du kommst nicht mehr ran.
- Kein Export, Punkt. Andere Apps verlieren nichts — sie lassen dich nur nie wieder raus. Es gibt keinen Knopf «Sammlung exportieren». Deine Rezepte sind drin, und drin bleiben sie.
Allen drei gemeinsam: Du hast die Inhalte erstellt, aber die App entscheidet, ob du sie behalten darfst. Das nennt man Vendor Lock-in — und es ist der wichtigste, am häufigsten übersehene Punkt bei der Wahl einer Rezept-App.
Warum du den Export prüfst, BEVOR du eine Sammlung aufbaust
Der Export ist die Funktion, an die niemand denkt, solange alles funktioniert — und die einzige, die zählt, wenn es das nicht mehr tut. Das macht ihn zu einer der wenigen Funktionen, die du vor dem Einstieg prüfen solltest, nicht danach.
Die Logik ist einfach: Eine App, aus der du jederzeit raus kannst, musst du nie verlassen — aber du kannst. Eine App, aus der du nicht raus kommst, musst du irgendwann verlassen — und kannst es nicht. Der Export ist kein Notausgang für den schlechten Fall. Er ist die Versicherung, die dir erlaubt, eine App entspannt zu nutzen, weil du weisst: das hier gehört mir, ich nehme es mit, wann immer ich will.
Konkret bedeutet «echter Export» drei Dinge:
- Vollständig. Nicht nur die Rezept-Titel, sondern Zutaten, Schritte, Mengen, Kategorien, Notizen — und idealerweise auch Wochenpläne und Einkaufslisten.
- In offenen Formaten. Dazu gleich mehr — aber die Kurzfassung: in Formaten, die du auch in zehn Jahren noch öffnen kannst, ohne genau diese App zu brauchen.
- Ohne Hürden. Ein Knopf, ein Download. Kein Support-Ticket, kein «schreiben Sie uns eine E-Mail», keine versteckte Premium-Funktion.
Wenn eine App alle drei erfüllt, ist der Lock-in gebrochen. Wenn sie auch nur einen Punkt nicht erfüllt, sitzt du fester drin, als dir lieb ist.
Was du bei mangia bekommst — konkret
Bei mangia exportierst du dein komplettes Konto mit einem Klick als ZIP-Datei. Drin liegt nicht ein einziger undurchschaubarer Datenklumpen, sondern mehrere Formate für mehrere Zwecke:
- `rezepte/…md` — deine Rezepte als Markdown. Jedes Rezept wird eine eigene, lesbare Textdatei: Titel, Zutaten als Liste, Zubereitung, Mengen, Kategorien, Quelle. Markdown öffnest du in praktisch jeder Notiz-App (Notion, Obsidian, Bear, Apple Notes) oder in einem schlichten Text-Editor. Keine Spezial-Software nötig.
- `wochenplaene.csv` und `einkaufslisten.csv` — deine Pläne und Listen als Tabelle. Doppelklick, und sie öffnen sich in Excel, Numbers oder Google Sheets.
- `data.json` — der vollständige, maschinenlesbare Datensatz. Das ist der Pflicht-Teil nach DSGVO Artikel 20 («Recht auf Datenübertragbarkeit»). Er enthält wirklich alles — auch Felder, die in den lesbaren Dateien nicht auftauchen.
- `README.txt` — eine Erklärung, was in welcher Datei liegt, damit du dich auch in einem Jahr noch zurechtfindest.
Wichtig ist, was hier nicht passiert: Es gibt kein mangia-eigenes Geheimformat, das nur mangia wieder einlesen kann. Es gibt keine Bezahlschranke vor dem Export. Und es gibt keinen Unterschied zwischen «kostenlos» und «zahlend» — der Export gehört zum Konto, nicht zum Abo.
Kurz: Wenn du mangia morgen verlassen willst, nimmst du heute alles mit. Das ist Absicht.
Warum Markdown und CSV — und nicht PDF
Bei «Rezepte exportieren» denken viele zuerst an PDF. Verständlich — aber PDF ist für diesen Zweck die schlechtere Wahl, und es lohnt sich zu verstehen, warum.
PDF ist eingefroren. Ein PDF sieht aus wie ein Ausdruck und verhält sich auch so: Du kannst es lesen, aber nicht sinnvoll weiterverwenden. Du kannst aus einem PDF keine Einkaufsliste generieren, keine Zutat suchen, keine Portion umrechnen, kein Rezept in eine andere App importieren. Es ist ein Foto deiner Rezepte, kein Umzugskarton.
Markdown ist lebendig. Eine Markdown-Datei ist einfacher Text mit ein bisschen Struktur (Überschriften, Listen). Genau diese Schlichtheit ist die Stärke: fast jedes Programm kann sie öffnen, durchsuchen, bearbeiten und weiterverarbeiten. Eine Rezeptsammlung in Markdown lässt sich in Notion oder Obsidian ziehen, per Skript umwandeln, oder einfach im Editor lesen — heute und in zehn Jahren.
CSV ist die Tabellen-Lingua-Franca. Für Wochenpläne und Einkaufslisten — also für alles, was Zeilen und Spalten hat — ist CSV das, was Excel, Numbers und Google Sheets seit Jahrzehnten verstehen. Kein Anbieter kann dir CSV «wegnehmen».
Die Faustregel: Ein gutes Export-Format ist eines, das nicht die App braucht, aus der es kommt. Markdown und CSV erfüllen das. PDF erfüllt nur den Teil «ansehen» — und auch das schlechter, als es klingt. Deshalb liefert mangia beides: lesbar (Markdown/CSV) und vollständig-maschinenlesbar (JSON). Ein PDF kannst du dir daraus jederzeit selbst drucken — umgekehrt geht es nicht.
So sicherst du deine Sammlung — Schritt für Schritt
Der Export bei mangia ist absichtlich unspektakulär:
- Geh in Profil → Einstellungen → Konto & Abo.
- Tippe auf Daten exportieren.
- mangia packt dein gesamtes Konto in eine ZIP-Datei und lädt sie herunter.
- Entpacke die Datei. Du siehst den Ordner `rezepte/` mit deinen Markdown-Dateien, die CSVs und die `data.json`.
Das Ganze ist auf fünf Exporte pro Stunde begrenzt — nicht als Hürde, sondern weil der Vorgang alle deine Daten zusammensucht und das Rechenleistung kostet. Für ein Backup brauchst du ihn ohnehin nur ab und zu.
Was du danach damit machst, ist deine Sache:
- Als Backup ablegen. Die ZIP auf die Festplatte oder in deine Cloud — fertig. Falls je etwas schiefgeht, hast du alles.
- In Notion oder Obsidian ziehen. Die Markdown-Dateien lassen sich direkt importieren; du hast deine Rezepte sofort in deiner Notiz-App.
- Umziehen. Falls du je zu einer anderen App wechselst, hast du deine Rezepte in einem Format, das andere Tools einlesen können.
Unser ehrlicher Rat, ganz unabhängig von mangia: Mach mindestens einmal mit jeder App, in der eine wertvolle Sammlung liegt, einen Test-Export. Wenn er sauber klappt, weisst du, dass deine Daten dir gehören. Wenn kein Export-Knopf existiert, weisst du auch etwas Wichtiges — bevor es zu spät ist.
Lock-in-Check: 5 Fragen an jede Rezept-App
Bevor du irgendwo eine Sammlung aufbaust, stell der App diese fünf Fragen. Je mehr «Ja», desto sicherer gehören die Rezepte dir:
| Frage | Worauf du achtest |
|---|---|
| Gibt es einen Export-Knopf? | Wenn du ihn nicht in den Einstellungen findest, gibt es ihn meist nicht. |
| Exportiert er alles? | Nicht nur Titel — Zutaten, Schritte, Mengen, Pläne, Listen. |
| In offenen Formaten? | Markdown, CSV, JSON — nicht ein App-eigenes Format, das nur sie selbst liest. |
| Auch ohne Abo? | Der Export sollte zum Konto gehören, nicht zur zahlenden Stufe. |
| Behältst du die Rezepte nach Kündigung? | Bei reinen Abo-Apps oft nicht — prüf das, bevor du kündigst. |
mangia beantwortet alle fünf mit Ja: Export-Knopf in den Einstellungen, vollständig, in Markdown/CSV/JSON, im Gratis-Tarif enthalten, und deine importierten Rezepte bleiben deine — auch wenn du mangia Pro kündigst oder gar kein Pro hast.
Das ist keine Marketing-Geste. Es ist die Konsequenz aus einer einfachen Haltung: Eine App soll dich halten, weil sie gut ist — nicht, weil du nicht mehr rauskommst.
Deine Rezepte. Deine Datei. Dein Umzugskarton.
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